INFORMATIONEN ZUM ABLAUF

DARMSPIEGELUNG/
KOLOSKOPIE

BEI EINER DARMSPIEGELUNG WERDEN DER GESAMTE DICKDARM UND DIE LETZTEN 10 CM DES DÜNNDARMS ANGESEHEN.

Diese Untersuchung kann einerseits als reine Vorsorgeuntersuchung aber auch zur Abklärung von vielen Fragen wie z.B. eines positiven Stuhlblut/M2PK-Tests, von sichtbaren Blutabgängen, Durchfällen, unklaren Bauchschmerzen oder Veränderung der Stuhlgewohnheiten wie z.B. neu aufgetretenen Verstopfungen erfolgen.

 

HAUPTZIEL EINER DARMSPIEGELUNG IST DAS ABTRAGEN VON POLYPEN

Polypen, meist sog. Adenome, aus denen der bösartige Darmkrebs entstehen kann, sollen frühzeitig erkannt und entfernt werden. Hierzu wird die Vorsorgedarmspiegelung ab dem 50. Lebensjahr (von einigen Krankenkassen bereits ab dem 40. Lebensjahr bewilligt) empfohlen. Patienten mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko, zum Beispiel bei gehäuften Darmkrebsfällen in der Familie oder bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, sollten bereits früher eine Darmspiegelung erhalten.

Ist der Befund unauffällig, ist eine erneute Darmspiegelung nach zehn Jahren ausreichend. Bei Nachweis von Polypen oder anderen Auffälligkeiten werden die Kontrollintervalle individuell festgelegt. Bei Entnahme von Gewebe wird dieses an ein pathologisches Institut zur mikroskopischen Diagnostik versandt. Die Ergebnisse liegen uns nach ca. 5-10 Tagen vor.

 

Der Darm von innen, während einer Darmsiegelung,wo gerade mit einer Schlaufe ein Polyp entfernt wird
UNSERE ERFOLGSQUOTE BEIM AUFFINDEN VON POLYPEN LIEGT ÜBER DEM DURCHSCHNITT

Die Anzahl der Patienten mit adenomatösen Polypen bezogen auf die Anzahl der untersuchten Patienten wird in der Adenomdetektionsrate ausgedrückt. Diese ist wesentlich von der Güte der Vorbereitung des Patienten, der technischen Bildqualität und der Sorgfalt des Untersuchers abhängig.

Die durchschnittliche Adenomdetektionsrate sämtlicher Untersucher in Deutschland liegt bei 20-30% (Brenner H, et al: Gastroenterology 2015;149:356-366).
In unserer Praxis werden mindestens bei jedem 3. Patienten Adenome gefunden, was einem überdurchschnittlichen Wert entspricht.

 

INFORMATIONEN ZUM ABLAUF einer Koloskopie

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Vorbereitung auf eine Koloskopie

ABLAUF EINER DARMSPIEGELUNG

Zur Untersuchung liegen Sie auf der linken Seite. Es wird ein dünner biegsamer Schlauch mit Lichtquelle und Kamera über den Darmausgang eingeführt und vorsichtig so weit vorgeschoben, bis der Dünndarm in den Dickdarm einmündet (sichtbar an der sog. Ileozoecalklappe). Hier findet man auch den Abgang zum sog. Blinddarm.
Da die Menschen über unterschiedliche anatomische Verhältnisse verfügen, können die Untersuchungsbedingungen manchmal erschwert sein. Um das Ziel zu erreichen ist ggf. eine Schienung des Endoskops durch Druck auf die Bauchdecke von außen oder eine Umlagerung des Patienten auf den Rücken erforderlich.

Aus diesem Grund ist es uns nicht möglich Patienten, die schwerer als 120 kg sind zu untersuchen. Danke für Ihr Verständnis!

Auf dem Rückzug erfolgt die genaue Inspektion der Darmwand und die Abtragung von Polypen (je nach Größe mit der Zange oder der Elektroschlinge) bzw. die Entnahme von Gewebeproben bei entsprechenden Auffälligkeiten.

Die Untersuchungsdauer beträgt durchschnittlich 20-30 min.

ALTERNATIVE UNTERSUCHUNGSMETHODEN

Eine alternative Untersuchungsmethode ist die virtuelle CT Kolonographie. Auch hierfür muss der Darm gereinigt werden. Die Strahlenexpositition und das schlechte Erkennen flacher und kleiner Polypen sowie die fehlenden Abtragungsmöglichkeiten während der Untersuchung sind Nachteile dieser Diagnostik.

Diese Untersuchungmethode sollte lediglich bei Patienten angewendet werden, bei denen eine endoskopische Untersuchung nicht möglich oder kontraindiziert ist.

 

Hände die ein Koloskopiegerät halten
EINSATZ VON KÜNSTLICHER INTELLIGENZ

WIESO KI IN DER KOLOSKOPIE

KI ERHÖHT DIE ENTDECKUNGSRATE VON POLYPEN

Durch den Einsatz einer künstlichen Intelligenz (KI, in unserer Praxis durch das Discovery System der Firma Pentax) wird während der Darmspiegelung das ärztliche Untersuchungsbild in Echtzeit durch eine hierfür entwickelte Software zusätzlich analysiert. Durch ein Farbsignal wird der Untersucher dabei auf mögliche kleinste pathologische Veränderungen aufmerksam gemacht.
Studien belegen, dass durch den Einsatz einer KI die Anzahl der gefundenen Polypen erhöht werden kann.

KEINE GESUNDHEITLICHEN RISIKEN

Die Anwendung der KI birgt keine gesundheitlichen Risiken oder unerwünschte Nebenwirkungen, da es sich um eine Bildverarbeitung handelt und diese nicht im Körper stattfindet.

MEIST LEIDER IGELLEISTUNG

Leider wird derzeit der Einsatz der KI im Rahmen der Darmspiegelung von den gesetzlichen Krankenkassen und ebenso von manchen privaten Krankenkassen nicht erstattet.

Auf Wunsch bieten wir unseren Patienten die Möglichkeit, unser KI-System bei der Endoskopie zu nutzen. Dabei handelt es sich um eine sog. IGeL-Leistung, deren Kosten vom Patienten in der Regel selbst zu tragen sind.

Wir erlauben uns für diese Selbstzahlerleistung einen Betrag von 50 Euro in Rechnung zu stellen.
Wir lehnen uns hierfür an die GOÄ-Ziffer 5733 (Einfacher Satz: Zuschlag für computergesteuerte Analyse) an.