CED‑Sprechstunde

DIE SPRECHSTUNDE WIRD VON FRAU DR. KURKA DURCHGEFÜHRT

WAS IST DIE

Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung (ASV)

Die ambulante spezialfachärztliche Versorgung, kurz ASV, ist ein Behandlungsangebot für Patientinnen und Patienten, die an seltenen und/oder komplexen Krankheiten leiden und deshalb eine intensive Betreuung benötigen.

Ziel ist es, diesem speziellen Patientenkollektiv den Zugang zu qualitativ hochwertiger Diagnostik und Therapie zu erleichtern, indem enge Kooperationen von Spezialistinnen und Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen vereinbart werden.

CED-SPRECHSTUNDE ZUR

BEHANDLUNG CHRONISCH ENTZÜNDLICHER  DARMERKRANKUNGEN (CED)

Frau mit Bauchschmerzen aufgrund von Reizdarmproblemem

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

In unserer CED-Spezialsprechstunde werden schwerpunktmäßig die Erkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt. Die Sprechstunde wird hauptsächlich von Frau Dr. Kurka betreut.

Erweiterte Therapie, Diagnostik und interdisziplinäre Zusammenarbeit bei CED

Wir bieten das gesamte Spektrum der medikamentösen Therapie an. Außerdem besteht eine Kooperation (Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung, kurz: ASV) mit dem Krankenhaus Westend unter der Leitung von Herrn Prof. A. Sturm. Hier erhalten Patienten Termine für spezielle Diagnostik (z.B. MRT Sellink) und Mitbehandlung von weiteren Fachdisziplinen (z.B. Hepatologie/Rheumatologie).

In der Sprechstunde werden u.a. je nach Beschwerdebild Therapien besprochen und ggf. angepasst, erforderliche Diagnostik eingeleitet und regelmäßig Folgetermine bzw. Termine für Laborentnahmen vereinbart.

Akute CED‑Beschwerden: Schnelle Erreichbarkeit über die Online‑Rezeption

Sollte sich Ihr Zustand während des Intervalls erheblich verschlechtern können Sie unsere Praxis in dringenden Fällen über unsere Online Rezeption 3-2-1 erreichen. Bitte nutzen Sie hierfür den Button „CED“ und schildern Sie kurz ihre Beschwerden und Erreichbarkeit.

WEITERE INFORMATIONEN UND ANMELDUNG ZUR
ASV-SPRECHSTUNDE

Wichtige Fragen zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED)

Was sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen?

Bei einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Schleimhaut des Darms entzündlich verändert ist und die Patienten deshalb an Durchfällen leiden. Im Gegensatz zur einer akuten Durchfallerkrankung, die meist durch Krankheitserreger verursacht ist und nach kurzer Zeit wieder verschwindet, verlaufen die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen über einen längeren Zeitraum und in wiederkehrenden Schüben.

Was ist der Unterschied zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Erkrankungen ist, dass bei einer colitis ulcerosa die Entzündung im Wesentlichen auf den Dickdarm beschränkt ist und auch nur die innerste Schleimhautschicht betroffen ist. Die Hauptsymptome sind häufige und blutige Durchfälle. Beim Morbus Crohn kann der gesamte Verdauungstrakt (von der Speiseröhre bis zum Darmausgang) betroffen sein, aber meist das Ende des Dünndarms, und die Entzündung erstreckt sich oft über die gesamte Darmwand. Hier stehen neben Durchfällen Bauchschmerzen und Gewichtsverlust im Vordergrund. Manchmal kann man aber beide Erkrankungstypen schwer oder gar nicht voneinander unterscheiden.

Welche Symptome treten bei Morbus Crohn / Colitis ulcerosa auf?

Bei beiden Erkrankungen treten Durchfälle auf. Bei der Colitis ulcerosa sind diese häufig blutig und imperativ (d.h. man muss schnell die Toilette aufsuchen!). Oft werden auch Bauchkrämpfe beschrieben. Beim Morbus Crohn sind die Symptome nicht immer leicht zu deuten und hängt es sehr stark davon ab, welche Darmabschnitte betroffen sind. Neben Durchfällen stehen hier vor allem Bauchschmerzen und Gewichtsverlust, ggf. mit Mangelerscheinungen im Vordergrund. Generell gibt es bei den Symptomen viele Überschneidungen beider Erkrankungen, weshalb in der Regel eine Darmspiegelung zur Diagnosefindung erforderlich ist.

Wie wird eine CED diagnostiziert?

Die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung basiert im Wesentlichen auf 4 Säulen. Als erstes steht immer das Gespräch. Aus diesen Informationen wird entsteht dann ggf. die Verdachtsdiagnose. Als zweites wird in der Regel Blut abgenommen. Hier kann festgestellt werden, ob es Entzündungszeichen vorliegen oder vielleicht schon eine Blutarmut, bedingt durch den Blutverlust. Der Stuhl wird ebenfalls auf Entzündungszellen untersucht (Calprotektin). Der Goldstandard wird aber immer eine Darmspiegelung sein, da hier die betroffene Schleimhaut direkt beurteilt werden kann und Proben für die Untersuchung unter dem Mikroskop genommen werden. Ergänzend kann auch noch eine sog. Bildgebung erfolgen (Ultraschall oder MRT), dies ist besonders beim Morbus Crohn wichtig.

Wie werden Morbus Crohn und Colitis ulcerosa behandelt?

Im Vordergrund der Therapie stehen immer Medikamente. Sie werden individuell verordnet, regelmäßig überwacht und ggf. und angepasst. Die Gabe richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung, häufig sind Medikamente in Tablettenform, oder auch Zäpfchen oder Klysmen ausreichend. Manchmal können auch Infusionen oder kleine Flüssigkeitsmengen, die mittels eines sog. Pens unter die Haut gespritzt werden, die Therapie ergänzen. Da jeder Patient individuell behandelt wird, werden sämtliche Therapien in Ruhe und umfänglich mit Ihnen besprochen.

Wie lange dauert es, bis die Behandlung wirkt?

Meist werden Sie nach Einleitung der Therapie binnen weniger Tage eine deutliche Besserung Ihrer Beschwerden verspüren. Je nach Medikationsart kann es jedoch auch Wochen bis teils auch bis zu ca. 3 Monaten dauern, bis die volle Wirkung der Therapie eintritt. Wir teilen Ihnen in der Sprechstunde die entsprechenden Erfahrungswerte mit.

Welche Ernährung ist bei CED sinnvoll?

Generell gibt es erstmal keine Nahrungsmittelverbote. Es darf gegessen werden, was gut vertragen wird. Empfohlen wird die sog. mediterrane Diät, die jedem gesunden Menschen auch empfohlen wird. Erfahrungsgemäß ist eine ballaststoffreiche Diät (z.B. Rohkost) in einem Schub jedoch nicht gut verträglich, da sie den schon entzündeten Darm zusätzlich belastet und die Symptome verstärken kann und sollte dann gemieden werden. Wenn es aber, wie insbes. beim Morbus Crohn, zu Mangelerscheinungen kommt, müssen ggf. einzelne Nährstoffe (häufig Vitamine und Mineralstoffe) ergänzt werden. Für spezifische Diäten stehen und Ernährungsberater zur Seite, sprechen Sie uns an!

Sind CED vererbbar?

Studien zeigen eine familiäre Häufung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Die Krankheit an sich wird nicht vererbt, wenn überhaupt dann die Veranlagung an dieser zu erkranken. Da die Erkrankungen sehr individuell verlaufen und gut behandelbar sind, wird nicht davon abgeraten, eine Familie zu gründen.

Wie beeinflusst eine CED den Alltag, Beruf oder Sport?

Ziel jeder Therapie ist die Symptomfreiheit. Die Lebensqualität soll so gering wie möglich eingeschränkt sein. Belastungen in Beruf und Familie sollen gut bewältigt werden und Reisen uneingeschränkt möglich. Erfahrungsgemäß wird es nach Diagnosestellung etwas dauern, bis man Erfahrung mit „seiner“ Erkrankung gewinnt und sich auf die neue Lebenssituation einstellt. Da die Erkrankung aber individuell so unterschiedliche Verläufe hat, können keine allgemeingültigen Aussagen getroffen werden. Da wir uns in der Sprechstunde viel Zeit nehmen und Sie in der Sprechstunde regelmäßig sehen können alle Fragen, Wünsche und Bedenken vertrauensvoll geäußert werden. Der Patient wird behandelt, nicht nur seine Erkrankung.

Welche Komplikationen können auftreten?

Komplikationen bei der Colitis ulcerosa sind die schnell einsetzende Verschlechterung der Durchfälle mit Blutungen und ausgeprägten Krankheitsgefühl, ggf. auch Fieber. Hier ist eine zügige Kontaktaufnahme mit uns dringend erforderlich. Bei langem Krankheitsverlauf und unzureichender Entzündung ist das Risiko an einem colorektalen Carcinom zu erkranken erhöht. Aus diesem Grunde werden nach langjährigem Verlauf regelmässig Kontrollkoloskopien empfohlen.

Beim Morbus Crohn können v.a. Fisteln (Gangbildungen) oder Abszesse (Eiterkammern) oder Stenosen (Engstellen im Darm) als Komplikationen auftreten. Erkennbar an Krankheitsgefühl, Fieber, Bauchschmerzen oder Gewichtsverlust. Hier bitten wir um Kontaktaufnahme.

Die sogenannten extraintestinalen Manifestationen wie Entzündungen an Haut oder Augen sowie insbesondere Gelenkschmerzen können bei beiden Erkrankungen auftreten und ggf. auch Vorbote eines Schubes sein.

Was tun bei einem akuten Schub?

Bei einem akuten Schub nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Wir versorgen Sie kurzfristig mit den entsprechenden Medikamenten. Die Warnzeichen sind: Zunahme der Durchfälle, Blutungen, Bauchschmerzen und Krankheitsgefühl. Auch wenn gerade keine Sprechstunde sein sollte, haben wir für unsere bekannten CED- Patienten im Notfall zu den üblichen Öffnungszeiten immer ein Ohr!

Kann Stress CED auslösen oder verschlimmern?

Stress ist nicht ursächlich für das Auftreten einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Jedoch können Stresssituationen die Symptome verschlimmern bzw. einen Schub auslösen. Sprechen Sie uns gerne an, es gibt gute Strategien der Stressbewältigung und -vermeidung.

Welche staatlichen Hilfen oder Selbsthilfegruppen gibt es?

Die gute Nachricht: Sie sind nicht alleine mit Ihrer Erkrankung. Gerade in Berlin findet sich sowohl von medizinischer Seite viel Expertise und es gibt auch unter den Erkrankten viele Möglichkeiten sich über die Erkrankung auszutauschen.

Wir beraten Sie über Kuraufenthalte, wie sie zu beantragen sind und welche für Sie in Frage kommt.